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Buch - Die Leiter im Sand

Buch „Die Leiter im Sand"titel leiter

Autorin: Klara Elisabeth Terhart
Verlag: Die Leiter im Sand-Verlag
Seiten: 171 S., 2004
Preis: 14,80 € inkl. MwSt.
ISBN: 3-9809892-0-8

 

 

 

Artikel aus Homöopathie-aktuell

Im Einklang mit Körper und Seele

– sprechen mit dem inneren Arzt

von Anne Gierse, Therapeutin in der Onkologie bis 2006

Menschen in der Krankheit, und besonders onkologische Patienten, nehmen sich die Zeit sich mit ihrem Leben auseinanderzusetzen. So weiten und befreien sie - gerade da - wo das Leben eingeengt ist, wo der Mut zu sinken droht.
- Lebens(t)räume -
Ein Mensch, der nicht mehr träumt, ist nicht etwa ein Realist, sondern der hat es aufgegeben, vom Leben etwas zu erwarten, der hat begonnen, sich in ein Loch einzugraben. Wer keine Hoffnung mehr hat, beispielsweise gesund zu werden, aus einer Enge herauszufinden, der ist lebendig tot.
Wie viele Menschen leben so hoffnungslos, sehen nur noch alles dunkel und leer?
Dabei sind Hoffen und Träumen die Voraussetzung, um an Leib und Seele gesund werden zu können oder es zu bleiben.

Hoffen und Träumen erhalten die Lebenskraft, manchmal gegen jede Vernunft und ohne jede Anhaltspunkte. Hoffende Menschen träumen ihr Leben, ihre Zukunft kreativ und visionär. Das gibt Halt und macht Mut. Mit diesem Gedanken lesen Sie die folgende Geschichte „Arme Zelle Willi" von einer jungen Patientin während ihrer Erkrankung geschrieben.
Eine Frau, die in ihren jungen Jahren (sie war 28 Jahre zu Beginn der Krankheit), sehr reif war, eine Frau, die gerade durch die Krankheit zu solch einer Lebenstiefe und- fülle gefunden hat. Sie hat den Kopf nicht in den Sand gesteckt. Immer wieder sagte sie: „Ich will leben!"
Die Geschichte „Arme Zelle Willi" hat stark dazu beigetragen und war für die Patientin von großer Bedeutung im Umgang mit der Krankheit. Sie fand mehr und mehr zu der Lebenseinstellung: nicht Kampf gegen den Krebs ist angesagt, sondern den Krebs annehmen, weil der ein Teil meines Körpers ist.
So kommt sie schließlich zu dem Satz: „Mir wurde klar, welchen falschen Weg ich gegangen war und welchen Frieden ich jetzt bekommen würde. - An meine selbst heilenden Kräfte glauben -
Hier nun die Geschichte:
„Die arme Zelle Willi"
-Eine Märchengeschichte aus dem Königreich Körper- von Gudrun Brand
Als Willi geboren wurde, herrschte eine sehr zufriedene Stimmung im Königreich Körper. Alles war okay. Er verstand sich mit den Nachbarn, hatte genug zu essen und fühlte sich rundum wohl
Doch langsam wurde die Stimmung schlechter. Der König wollte immer mehr in Saus und Braus leben, und seine Untertanen mussten deshalb immer härter arbeiten. Hetze, Ärger, schlechtes Essen, Unzufriedenheit und vieles mehr wurden zunehmend das „Tagesgeschehen". Während die anderen Untertanen sich damit abfanden, passte Willi dies überhaupt nicht. Er fand es gemein, so viel arbeiten zu müssen, damit der König so leben kann. Weil keiner mehr Zeit hatte, fand Willi niemanden, mit dem er über all diese Probleme reden konnte. Er fühlte sich unzufrieden und einsam.
Allmählich wurde er ein Sonderling, veränderte sein Verhalten und Aussehen. Er wurde anders als seine Nachbarn. Auch seine Kinder veränderten sich und wurden so wie Willi. Willi gewann den Eindruck, dass seine Nachbarn nichts mehr mit ihm zu tun haben wollten. Darum baute er einen großen Zaun um sich herum. Keiner konnte ihn mehr sehen oder erkennen. Er war jetzt ganz anders als seine Nachbarn, die keine Zäune besaßen.
Willi wollte sich auch nicht mehr den Gesetzen unterwerfen, die da sagten, wie viele Kinder man haben darf, welche Dinge diese lernen sollen, welche Aufgaben man hat, wo man wohnt und wann man stirbt. Er hatte dies alles satt.
Willi hatte so richtig die Wut im Bauch. Aber keiner nahm Notiz von ihm. Um auf sich aufmerksam zu machten dachte er sich einen gemeinen Plan aus, um es dem König zu zeigen, dass es so nicht weitergeht. Zuerst setzte er so viele Kinder in die Welt, wie er wollte. Alle waren so wie Willi. Dann suchte er sich andere Nahrung. Seine Aufgaben erfüllte er schon lange nicht mehr; und sterben wollte er auch nicht! So lebte er mit seiner Familie eine ganze Zeit vor sich hin. Der König bemerkte eine Veränderung in der Provinz, in der Willi lebte; und zog Gelehrte zu Rat. Diese meinten, dass man Willis Ausschweifungen am Besten mit Hinrichtungen, Verbrennungen der Häuser und mit Verbannung aus dem Königreich ein Ende setzen könnte. Der König tat, was ihm geraten worden war und schickte Soldaten los. Zuerst wurden viele von Willis Familie verbannt, dann wurden einige hingerichtet. Die Soldaten bemerkten aber nicht, dass da auch unschuldige Familien ihr Leben lassen mussten. Dann verbrannten sie die Häuser der Opfer. Leider brannten dabei auch die Häuser einiger rechtschaffener Untertanen ab. Als die Soldaten auch an Willis Tür klopften, konnte dieser durch einen Geheimgang entkommen und sich in einer Höhle verstecken.
Dass seine anderen Untertanen unter diesen Maßnahmen leiden mussten, interessierte den König wenig. Er dachte, dass dies das Beste wäre und „Problem Willi" damit beseitigt. Keiner konnte ihm etwas anhaben. Er, der König, ist allmächtig!
So lebte der König weiter wie bisher und bemerkte nicht, dass Willi überlebt hatte. Der war wütender denn je! Seine Kinder tot! „Jetzt erst recht." dachte sich Willi. Sein Plan war, wieder eine große Familie zu gründen.
Als dies geschehen war, schickte er einige seiner Kinder in andere Provinzen des Königreichs Körper. Diese hatten sich so gut verkleidet, dass weder Polizei noch Zöllner sie erkennen konnten, um dem König Bescheid zu geben oder sie zu „erledigen". Willis Kinder sahen anders aus als die auf den Fahndungsfotos. So geschah es, dass Willis Nachkommen Familien in anderen Provinzen gründeten.
Da die Familien immer größer wurden und mehr Platz brauchten, bauten sie auf „verbotenen Flächen" ihre Häuser. Dies sah dann die Polizei und berichtete dem König davon, der aus allen Wolken fiel: Willi lebte immer noch! Sein Entsetzen war groß. Die Gelehrten hatten ihn nicht richtig beraten! „Die haben nur Willi gesehen", schoss es ihm durch den Kopf, „und nicht meine Lebensweise und Einstellung zu meinen Untertanen." Er ließ sich andere Gelehrte kommen. Diese rieten ihm zwar ebenfalls mit Kerker und Vertreibung Willi zu Leibe zu rücken, aber sie sagten ihm auch, dass seine Regierungsweise nicht die richtige sei. Er müsse mehr für sein Volk tun, seine Polizei und Zöllner mehr motivieren und anregen, die Probleme der Untertanen zu erkennen. Auch dürfe er seine Untertanen nicht weiter mit seiner Lebensweise ärgern. Besseres essen und mehr Ruhe sollten die Königstreuen haben. Geraten, getan! Die großen Ansiedlungen der „Willi – Familien" wurden von den losgeschickten Soldaten beseitigt und Teile von Willis Familien verbannt. Den Rest warf man in den Kerker. Aber es änderte sich auch einiges andere. Es gab wieder gutes Essen und mehr Ruhe für die Untertanen. Die Stimmung im Königreich wurde langsam besser. Auch der König freute sich, dass es seinen „Kindern" gut ging. Die Polizei und Zöllner waren motivierter denn je und nahmen viel mehr „ verirrte Schafe" fest.
Ein anderer Gelehrter riet ihm, sich mal mit Willi zu unterhalten. Die Polizei suchte und fand Willi und brachte ihn zum König. Der König veranlasste, mit Willi alleine zu reden. Da saßen sie nun, der König und der Willi.
Der König fragte ihn, warum er das alles gemacht habe. Dieser erzählte ihm von der miesen Stimmung, dem schlechten Essen, von dem Gefühl der Einsamkeit, weshalb er keine Lust mehr gehabt habe, den Gesetzen des Königs zu folgen. Und er berichtete, warum er sein Äußeres verändert hatte, dass die Nachbarn über ihn geredet und auch bei der Polizei angeschwärzt hätten, diese aber nichts unternommen hätte, weil sie zu faul gewesen sei. Um den Blicken der Nachbarn zu entkommen, habe er einen Zaun gebaut und, und, und.
Der König erkannte die Probleme und wurde sehr traurig. Dies war alles seine eigene Schuld. Hätte er mehr für seine Untertanen getan, wäre dies alles nicht geschehen. Er fragte Willi, was er besser machen könne, damit so etwas nie wieder passiert. Willi riet ihm, mehr auf die Probleme seiner Untertanen einzugehen, ja seine Untertanen zu lieben! ! ! Je mehr Liebe er ihnen geben würde, desto besser käme er mit ihnen zurecht. Und wenn er Probleme mit anderen Königen habe, solle er diese nicht an seine Untergebenen auslassen, sondern sich mit den anderen Königen auseinandersetzen.
Der König wurde immer kleiner auf seinem großen Thron. Wie einfach hätte er es haben können, wenn er mehr auf den kleinen Mann gehört hätte. Er wurde immer trauriger. Willi ging auf ihn zu und klopfte ihm auf die Schulter und sagte: „Kopf hoch und mach es jetzt besser!"
Der König weinte und sagte: „Willi, ich liebe dich doch, kannst du mir verzeihen, was ich dir und deinen Familien angetan habe?" Da brach endgültig das Eis zwischen den beiden. Sie nahmen sich in den Arm und hielten sich ganz stark fest. Willi sagte: „Wo du mich jetzt wieder liebst, will ich mich gern wieder an die Gesetze halten!"
Es wurde ein rauschendes Fest gefeiert, und Willi beschloss wieder so wie früher auszusehen. Dies freute ihn besonders. Er hatte sich mit dem anderen Aussehen ohnehin nicht wohl gefühlt. Willi ging in seine alte Provinz zurück und fing dort ein neues Leben an. Er verstand sich blendend mit den Nachbarn, tat seine Arbeit und schrieb sich mit dem König. Willi war sehr froh, wieder so wie früher zu sein. Vor allem das Gefühl,. geliebt zu werden, tat ihm gut; und er gab dieses Gefühl auch an seine Kinder weiter. Jetzt war er nicht mehr der „arme
Willi".



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